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Was der Tod von Avicii in mir auslöste

Meine Schwester schrieb mir vor zwei Wochen per WhatsApp, dass Avicii tot sei. 
Meiner Ansicht nach spielt es keine Rolle, ob ein Prominenter oder "Normalsterblicher" diesen Planten verlies - beides war gleich furchtbar. Ich saß zu diesem Zeitpunkt auf dem Balkon meiner Nachbarin und wir quatschen über Themen, die man erst spät am Abend ansprach. Der Tod dieses Künstlers rückte erstmals in den Hintergrund.

Als ich am nächsten Morgen aufwachte, konnte man auf Social Media bereits die ersten Spekulation über die Todesursachen nachlesen. Langsam ratterte mein Gehirn. Wer war denn gleich nochmal Avicii?
Oftmals habe ich seine Musik durch die Zimmerwände meiner Schwester wahrnehmen können, hatte jedoch kein Bild im Kopf, wer er überhaupt war. Also zückte ich mein Handy und googelte - ganz getreu meiner Generation.

28 Jahre. Er wurde lediglich 28 Jahre alt. Wieso, weshalb, warum war nach wie vor unklar. Zu mindestens für die Öffentlichkeit.  Ein bedrückendes Gefühl durchflutete meinen Körper, aber ich hatte keine Zeit mehr und musste schleunigst zur ersten Vorlesung. Bevor ich losging schaute ich bei Spotify, ob ich nicht eines seiner Lieder für den kurzen Weg finden würde. Schon beim durchscrollen seiner Alben fiel mir auf, dass mir die Mehrheit seiner Lieder bekannt waren. Ein wenig irritiert und schockiert, drückte ich auf den "Shuffle"-Button und lief los.

Als ich die Tür von meinem Apartment öffnete, wurden meine Kopfhörer erneut mit Aviciis Kompositionen erfüllt. Während meiner Vorlesungen sind meine Gedanken immer wieder zum Todesfall abgerutscht. Trauer überkam mich, als ich an seine Familie und Freunde dachte.

Meinen anstrengenden Tag wollte ich mit einer Netflixfolge beenden. Als ich mich durch meine angezeigten Vorschläge klickte, leuchteten vor mir die Worte "True Story" auf. Interessiert las ich, dass es sich hierbei um eine Verfilmung von Avicii handelt. Mit meiner Mango in der Hand, machte ich es mir in meinem Bett gemütlich.

Zwei einhalb Stunden später, saß ich fassungslos vor meinem nun schwarz gewordenen Desktop. Seit 2016 gab es diese Dokumentation über sein Leben und erst jetzt, nach seinem Tod, wird man darauf aufmerksam? Über seine harte Zeit, die er durchmachen musste, über die harte Zeit die er durchlebt hat und nebenher noch der immense Druck. Mehr als nur einmal liefen mir die Tränen über mein Gesicht. Tief im Herzen spürte ich eine enorme Bewunderung.


Er hat mich in vielen Situationen an mich selbst erinnert. Auch ich hinterfrage ständig Dinge in meinem Leben. Macht mich das wirklich glücklich? Was für ein Mensch bin ich, wenn ich mich dafür entscheide? Wessen Leben mache ich dadurch besser oder vielleicht sogar schlechter? Was beeinträchtigt meine Lebensqualität? All das entscheide ich meistens aus reiner Intuition. Sobald mir auffällt, dass ich mein Leben lieber ohne bestimmte Leute führen möchte oder mich etwas nicht erfüllt, suche ich Abstand. Es gibt einige die das nicht nachvollziehen können. Rückschlüsse treffen und mich dann als nachtragend bezeichnen. Auch Avicii hatte mit dieser Art von Mensch zutun gehabt.

Es tut mir Leid für euch, dass ich euren Ansprüchen nicht gerecht werde oder gar eine eigene Meinung habe, aber ich tue nur das, was sich für mich richtig anfühlt - nicht das was abertausende von einem verlangen. Genauso, wie Tim.

Ich spüre Bewunderung. Und Trauer. Trauer, dass so ein ehrlicher, talentierter und intelligenter Mensch nicht mehr unter uns weilt.


Kommentare

  1. Total gelungener Beitrag den du geschrieben hast.. du kannst dich so schön mit Worten ausdrücken!! :) Ich glaube ich werde mir die Doku selbst auch nochmal anschauen.. Avicii war einer der Künstler die mir irgendwie schon immer total sympathisch waren

    Alles Liebe, Lea, http://leachristind.blogspot.com

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    1. Dankeschön Lea.
      Ich habe mich über deine lieben Zeilen sehr gefreut.

      Genieße den restlichen Sonntag,
      Melina

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Vielen Dank, dass Du dir die Mühe machst mir eine Nachricht zu hinterlassen! Ich werde versuchen sie schnellstmöglich zu beantworten. Liebe Grüße und einen schönen Tag noch, Melina.